Zwei Jahre hat Martha im Schoß einer Hippie-Enklave unter der Führung des charismatischen Patrick gelebt dann, eines Nachmittags, gelingt ihr die Flucht. Vorerst ist ihre Schwester Lucy heilfroh, Martha wieder in die Arme schließen zu können. Warum die schwer traumatisierte Frau fliehen musste, bleibt jedoch unausgesprochen. Statt sich ihrer Schwester zu öffnen, stellt Martha die Lebensideale von Lucys Ehemann Ted so offensiv in Frage, dass diesem bald der Kragen zu platzen droht. Ted ist dabei ihre geringste Sorge zunehmend verliert sie sich zwischen Gegenwart und Erinnerung.
Gleich mit seinem Regiedebüt erweist sich Sean Durkin als Meister subtilen und effektiven Spannungsaufbaus. Mit einer punktgenau umgesetzten Erzählstruktur zieht er die Spannungsschraube gnadenlos an. Im Wechsel zwischen Gegenwart und Erinnerung entfaltet er die Geschichte eines Traumas und fügt mit jedem Zeitsprung ein Puzzlestück hinzu. Wie bei David Lynch (LOST HIGHWAY) fällt auch hier ein gestaltloser Horror in eine nur noch vordergründig sichere bürgerliche Alltagswelt ein.
(nach: www.filmstarts.de)
MARTHA MARCY MAY MARLENE ist ein scharfsinnig konstruiertes und elegant inszeniertes Psychothriller-Kunstwerk. Dieses grandiose Debüt sollte man auf keinen Fall verpassen. Und das nicht zuletzt aufgrund der tollen Hauptdarstellerin Elizabeth Olsen, die zu den aufregendsten Neuentdeckungen seit langer Zeit zählt. (
) Für Freunde anspruchsvoller Psychothriller führt kein Weg an MARTHA MARCY MAY MARLENE vorbei. (Jan Hamm)
Verstörender, hervorragend inszenierter Film über eine junge Frau, die in einer sektenähnlichen Landkommune ihre Unabhängigkeit verliert. (www.cinefacts.de)